Online-Fleischrindbullen-Auktion der RinderAllianz setzt neues Ausrufezeichen

Die sechste Online-Fleischrindbullen-Auktion der RinderAllianz am 24. Februar 2026 übertraf erneut die Erwartungen. Mit einem Durchschnittspreis von 5.660 Euro – rund 1.600 Euro über dem Vorjahresrekord – erzielte die Veranstaltung ein neues Spitzenergebnis. Sämtliche 91 angebotenen, leistungsgeprüften Fleischrind-Jungbullen aus 49 Zuchtbetrieben wurden verkauft.

Gleich drei Bullen durchbrachen die 10.000-Euro-Marke, nur drei Tiere blieben unter 4.000 Euro. Damit überzeugte die Auktion nicht nur in der Spitze, sondern vor allem in der Breite.

Breite Nachfrage trifft auf hohe Leistungsdichte

Unter den Hammer kamen Zuchtbullen der Rassen Fleckvieh-Simmental, Angus, Uckermärker, Limousin und Charolais sowie einzelne Vertreter der Spezialrassen Aubrac, Welsh Black und Weißblaue Belgier.

Die gute Marktlage mit hohen Absetzer- und Schlachtviehpreisen sorgte für ein insgesamt investitionsfreundliches Umfeld. Besonders auffällig: Große Mutterkuhbetriebe mit entsprechendem Bullenbedarf trugen die Auktion in der Breite. Ihre Zahlungsbereitschaft lag spürbar über dem Niveau der Vorjahre.

In den Spitzenpositionen kam es mehrfach zu intensiven Bieterduellen mit drei, vier und mehr aktiven Interessenten, bevor sich die Entscheidung zwischen zwei Bietern zuspitzte. Auch überregionale Käufer aus mehreren Bundesländern beteiligten sich rege am Geschehen; ein Bulle wechselte nach Österreich. Vier Bullen werden künftig auf Besamungsstationen eingesetzt, drei davon erwarb die Phönix Group für ihre Zuchtprogramme.

Topseller: Limousin erzielt Rekordpreis

Spitzenreiter der Auktion war der Limousin-Bulle SKL Merlin Pp (Bild oben) aus der Zucht von Stefan Kreisel (Salzwedel). Der mit 8-9-8 gekörte Rassesieger wechselte nach einem spannenden Bieterduell für 11.900 Euro den Besitzer und übertraf damit den bisherigen Limousin-Höchstpreis deutlich.

Mit 11.800 Euro folgte dicht dahinter UHA Drago PP aus der Zucht von Uwe Harstel (Iden). Der Sohn des leistungsstarken Domenik PP (RZF 133) überzeugte durch Präsenz, Länge und ausgeprägte Bemuskelung.

Den dritthöchsten Zuschlag erzielte #46 Kunststück Pp (Christian Bunde, Drewitz) mit 10.800 Euro – ein großrahmiger Vererber mit internationaler Leistungsgenetik und starker Fleischfülle.

Auch in weiteren Rassen wurden markante Preise erzielt:

  • Angus-Spitzenbulle STW Campino: 9.900 Euro
  • Fleckvieh Magic Boy PP: 9.000 Euro (Verkauf nach Österreich)
  • Fleckvieh Gustav PP: 8.900 Euro
  • Weißblauer Belgier KMU Ramses: 7.800 Euro
  • Erster hornloser Aubrac-Bulle auf deutscher Auktion, Prado: 5.200 Euro

Intensive Vorbereitung – maximale Transparenz

Die Bullen wurden im Vorfeld auf den Herkunftsbetrieben ausgewählt, vorbereitet und halfterführig gemacht. Ende Januar erfolgte die Körung durch die Kommission der RinderAllianz, verbunden mit der finalen Auswahl.

Von jedem Tier wurden hochwertige Fotos und Videos erstellt. Ergänzt durch Pedigree, Leistungsdaten, Zuchtwerte und textliche Einordnungen erhielten Kaufinteressenten ein Maximum an Entscheidungsgrundlagen.

Studio-Auktion mit überregionaler Reichweite

Aus dem Studio in Wettringen führte Auktionator Claus-Peter Tordsen souverän durch den knapp fünfeinhalbstündigen Auktionsmarathon. Unterstützt wurde er von Dr. Sabine Schmidt und Martina Genkel-Jenning als Pedigree-Leserinnen. Um 18:19 Uhr fiel der letzte Zuschlag.

Signalwirkung für das Online-Format

Die diesjährige Auktion bestätigte, dass das reine Online-Format auch im direkten Vergleich mit Präsenz- oder Hybridauktionen konkurrenzfähig ist. Trotz fehlender Tierpräsenz am Auktionsort konnten vergleichbare Spitzenergebnisse erzielt werden – bei geringerem organisatorischem Aufwand für die Beschicker und ohne zusätzlichen Transport- oder Schau-Stress für die Bullen.

Entscheidend war dabei nicht allein die Spitze, sondern die außergewöhnlich stabile Preisbasis über nahezu alle Leistungssegmente hinweg. Die hohe Verkaufsquote, die breite Zufriedenheit der Beschicker und die Bereitschaft der Käufer, gezielt in leistungsstarke Genetik zu investieren, setzen ein klares Zeichen.

Die RinderAllianz bedankt sich bei allen Verkäufern für das Vertrauen und bei den Käufern für ihre Investition in hochwertige Genetik.

Für Rückfragen steht Dr. Sabine Schmidt zur Verfügung (sschmidt@rinderallianz.de, 0160 9780 2720).

Zweithöchster Bulle der Online-Auktion: UHA Drago PP von Uwe Harstel aus Rohrbeck.

Dritthöchster Bulle der Online-Auktion: Kunststück Pp von Christian Bunde aus Drewitz.

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