Mit der offenen Landesschau der Extensivrassen setzte die RinderAllianz auf der diesjährigen MeLa ein neues Konzept um – und traf damit ins Schwarze. 79 Wettbewerbskühe, -färsen und -bullen aus 20 Betrieben sowie 12 Demotiere aus fünf weiteren Betrieben zeigten eindrucksvoll die Bandbreite und Qualität der Fleischrinderzucht. Insgesamt 91 Tiere aus 12 Rassen boten dem Publikum ein abwechslungsreiches Bild – von den kleinrahmigen Dexter bis hin zu den großrahmigen Uckermärkern und Fleckvieh-Simmental. Die Resonanz von Publikum und Züchtern war durchweg positiv: volle Ränge, gute Stimmung und ein starker Auftritt der Fleischrinder.

Wettbewerbe mit hochklassigen Tieren

Preisrichter Tobias Petzenberger (Qnetics GmbH) übernahm die Bewertung und richtete mit sicherem Blick und klar nachvollziehbaren Begründungen. Besonders stark präsentierten sich die Dexter, die gleich mehrfach in der Siegerliste vertreten waren, und die Highland Cattle mit einer eindrucksvoll geschlossenen Kollektion. Erstmals auf der MeLa dabei: das Rote Höhenvieh – mit einem bemerkenswerten Auftritt, der sofort Anerkennung fand.

Die Gesamtsieger kamen aus verschiedenen Rassen:

  • Champion und Gesamtsieger Bullen: Alois (Pustertaler, Gut Bad Sülze GmbH)
  • Reservesieger Bullen: Douglas 1st (Highland Cattle, Marco Paetau, Solpke)
  • Siegerin Kühe: Bella von der Räuberburg (Dexter, Andy Kunas, Groß Voigtshagen)
  • Reservesiegerin Kühe: Caileag D of Maje (Highland Cattle, Marco Paetau, Solpke)
  • Siegerin Färsen: Doris (Rotes Höhenvieh, Brockenbauer Uwe Thielecke, Tanne)
  • Reservesiegerin Färsen: Svea vom Haff (Galloway, Stefan Nipp, Ueckermünde)
  • Sieger Familiensammlungen: Kuhfamilie Bella (Dexter, Andy Kunas, Groß Voigtshagen)
  • Reservesieger Familiensammlungen: Nachzucht Bo vom Jadebusen (Galloway, Stefan Nipp, Ueckermünde)

Darüber hinaus sind die Siege in weiteren stark besetzten Klassen hervorzuheben:

  • Bei den Dexter-Kühen setzte sich Resi von der Räuberburg (Andy Kunas) gegen vier Konkurrentinnen durch.
  • In der Dexter-Färsenklasse siegte Sirena vom Damm (Grot, Gubkow).
  • In der Highland-Färsenklasse zeigte sich Malli Geal (Marco Paetau, Solpke) als beste Vertreterin.
  • Die Welsh-Black-Färsen entschied Bonny (Müller, Bobbin) für sich.
  • In einer sehenswerten Pustertaler-Kuhklasse mit vier Teilnehmerinnen triumphierte Cicade (Stepanski, Fünfseen).

Diese Ergebnisse zeigen, dass die Qualität in der Breite überzeugte und die Entscheidungen oft knapp fielen. ⇒ Hier geht es zur vollständigen Prämierungsliste!

Vielfalt in den Rassen

Die vorgestellten Extensivrassen zeigten eindrucksvoll, wie eng Zucht und Landschaftspflege verbunden sind. Ob Galloway und Highland Cattle als wetterharte Ganzjahresweiderinder, Dexter als kleinste europäische Fleischrinderrasse oder Vogesenrinder mit ihrer charakteristischen Fellzeichnung – sie alle stehen für robuste Eigenschaften, Mutterkuhqualitäten und Fleisch von besonderer Güte. Mit Gelbvieh, Pustertaler Sprinzen und dem Roten Höhenvieh wurden zugleich wertvolle, gefährdete alte Rassen präsentiert, die für genetische Vielfalt und Kulturerbe stehen. Wagyu-Rinder rundeten die Kollektion ab – mit Fleischqualitäten der absoluten Premiumklasse.

Die Demokollektion der Intensivrassen mit Uckermärkern und Fleckvieh-Simmental machte deutlich, dass die RinderAllianz bewusst das gesamte Spektrum der Fleischrinderhaltung im Blick behält.

Gelungene Premiere des neuen Konzepts

Mit den täglichen Rassedemonstrationen in der Vorführhalle erhielten die Besucher zudem einen lebendigen Eindruck der verschiedenen Rassen. Das neue Schaubild überzeugte: Statt der früheren zweijährlichen „FleischrindVision“ in Mühlengeez präsentiert die RinderAllianz nun eine jährliche Landesschau mit wechselnden Schwerpunkten – 2025 die Extensivrassen, im kommenden Jahr stehen die intensiven und mittelintensiven Rassen im Mittelpunkt.

Das Urteil der Züchter fiel einhellig positiv aus: ein fairer Wettbewerb, ein hohes Niveau der vorgestellten Tiere und vor allem das gute Miteinander von Ausstellern, Helfern und Jungzüchtern prägten das Bild. Damit hat die Fleischrinderzucht auf der MeLa ein neues, zukunftsfähiges Profil erhalten.

Fotos: Gernot Pohl

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