MeLa „Fokus intensiv“: Starke Leistungen

Bestes Spätsommerwetter, knapp 70.000 Besucher und damit so viele wie seit sieben Jahren nicht mehr, eine Fleischrinderkollektion von beeindruckender Qualität und vier Messetage mit ausgesprochen guter Stimmung: Die MeLa 2026 in Mühlengeez hat bei Züchtern, Jungzüchtern und Organisatoren einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Für die Fleischrinder stand in diesem Jahr der zweite Durchgang des 2025 eingeführten Ausstellungskonzeptes auf dem Programm. Nach den Extensivrassen im Vorjahr gehörte die große Bühne diesmal unter dem Motto „Fokus intensiv“ den intensiven und mittelintensiven Fleischrassen. Neben Züchtern aus dem RinderAllianz-Zuchtgebiet beteiligten sich drei Gastbeschicker aus Brandenburg am Wettbewerb. Gleichzeitig zeigten neun Fleischrinderrassen während der vier Messetage die ganze Bandbreite moderner Mutterkuhhaltung – von leistungsorientierten Wirtschaftsrassen bis zu Spezial- und Erhaltungsrassen.

Qualität, die das Richten nicht leicht machte

Am Samstagnachmittag übernahm Thorsten Ahlers von der Masterrind GmbH das Richteramt im Fleischrindwettbewerb. Ihm stellte sich eine Kollektion, die in vielen Klassen dicht beieinanderlag und Entscheidungen keineswegs leicht machte. Umso mehr überzeugte die durchgängige Linie seines Richtens: klar, konsistent und mit für Züchter wie Zuschauer gut nachvollziehbaren Begründungen. Nicht allein Masse und Fleischfülle waren gefragt, sondern das Gesamtpaket aus Entwicklung, Rassetyp, Bemuskelung, Fundament, Bewegung und – gerade bei den weiblichen Tieren – femininer Ausstrahlung und Funktionalität.

Am Ende führten drei Fleckvieh-Simmental-Tiere die Interbreed-Entscheidungen an. Omorga Poldark 23 von Christian Bunde, Drewitz, wurde Sieger der Bullen und schließlich Champion der MeLa 2026. Der nordirische Importbulle präsentierte sich außergewöhnlich stark bemuskelt, dabei jedoch noch keineswegs „ausgereizt“. Mit noch nicht vier Jahren ließ er weiteres Entwicklungspotenzial erkennen. Besonders überzeugend war die Verbindung aus Fleischfülle und einem sehr guten Gangwerk mit flüssiger, freier Bewegung. Mit einem RZF von 135 steht Poldark zugleich an der Spitze der bundesweiten Zuchtwertschätzung. Die Verbindung von genetischer Spitzenposition, nachgewiesener Eigenleistung und Schauerfolg machte ihn zu einem besonders überzeugenden Champion.

Den Reservesieg bei den Bullen sicherte sich der siebenjährige Angus REA Fabulus der Agrargesellschaft Buchholz. Ein extrem langer Bulle mit sehr schönem Angus-Kopf und ausgeprägtem Rassetyp, viel Fleisch und ebenso viel Ausstrahlung. Dass der inzwischen reife Bulle weiterhin derart präsent und korrekt im Ring stand, machte ihn zu einem würdigen Gegenpol zum deutlich jüngeren Champion.

Eine „alte Dame“ in bestechender Form

Bei den Kühen führte an Esmeralda 2 MB Simmental von der Kopecki GbR, Rochau, kein Weg vorbei. Die inzwischen 13-jährige Fleckvieh-Simmental-Kuh präsentierte eindrucksvoll, was Langlebigkeit und nachhaltige Leistung in der Mutterkuhhaltung bedeuten können. Frisch, fit und leistungsbereit stand sie mit ihrem hervorragend entwickelten zwölften Kalb bei Fuß im Ring. Auch Esmeralda gehört mit einem RZF von 135 seit Jahren zur Zuchtwertspitze ihrer Rasse und hat züchterisch deutliche Spuren hinterlassen. In Mühlengeez überzeugte sie einmal mehr nicht nur mit ihren Leistungsdaten, sondern ganz praktisch als leistungsfähige, funktionale Mutterkuh – und wurde damit Interbreed-Siegerkuh.

Reservesiegerin wurde die Anguskuh Barbie der Agrargesellschaft Buchholz. Sie knüpfte damit unmittelbar an ihren Sieg bei der Fleischrinder-Landesschau auf der BraLa 2026 an. Die fleischige und zugleich schicke Kuh überzeugte mit gutem Becken, hervorragendem Euter und einem bestens entwickelten Kalb bei Fuß. Fünf Kalbungen mit fünf lebend geborenen Kälbern unterstreichen dabei, dass Schauerfolg und Funktionalität sehr wohl zusammengehören können.

Starke Färsen mit Zukunft

Ein besonders hochklassiges Bild boten die Färsen. Zur Interbreed-Siegerin kürte Thorsten Ahlers die Fleckvieh-Simmental-Färse NW Grace von Torsten Nagel, Wahrburg, die sich zuvor über 5 Altersklassen hinweg als Siegerfärse ihrer Rasse für die Teilnahme am Endausscheid qualifiziert hatte. Die im November 2024 geborene Herrsching-Tochter zeigte sich ausgesprochen rahmig und hervorragend entwickelt. Starke Zunahmen gingen bei ihr mit einem zum Tier passenden sehr guten Fleischansatz einher, ohne dass Harmonie und Weiblichkeit verloren gingen. Ein korrektes Skelett und ihr insgesamt sehr ausgeglichenes Erscheinungsbild komplettierten die Siegerin. Mit fast 1.800 g TZ zum Absetzen hatte sie ihre starke Entwicklung bereits zuvor eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Zum Reservesieg lief die 22 Monate alte Uckermärkerfärse Elma vom Unteren Warnowtal von Christian Käding aus Boock. Sehr gut entwickelt, harmonisch und feminin, präsentierte sie sich als ausgesprochen komplette Vertreterin ihrer Rasse. Für ihren Besitzer war dieser Erfolg zudem etwas Besonderes: Der junge, engagierte Zuchtbetrieb war 2026 erstmals mit eigenen Rindern auf der MeLa vertreten. Dass gleich beim ersten Auftritt ein Interbreed-Reservesieg gelang, war ein schöner Achtungserfolg und dürfte Motivation für weitere Schauen sein.

Einen weiteren züchterischen Akzent setzte die Nachzuchtsammlung des Fleckvieh-Simmental-Bullen Baron aus dem Betrieb von Thomas Engfer, Groß Helle. Mit EGH Gloria, Ronja und Henrike 26 präsentierte sich eine dreiköpfige Töchtergruppe im Ring und rückte damit neben der Qualität des Einzeltieres auch die Nachzucht eines Vatertieres in den Blick.

Die komplette Prämierungsliste mit allen Klassenergebnissen und Platzierungen finden Sie am Ende des Artikels.

Nachwuchs auf erstaunlich hohem Niveau

Dass Fleischrindzucht Zukunft hat, zeigte bereits am Samstagvormittag der Jungzüchterwettbewerb. 21 Kinder und Jugendliche gingen an den Start – von den jüngsten Bambini bis zu den inzwischen gestandenen älteren Jungzüchtern. Preisrichterin Leonie Zschenker hatte insbesondere in den höheren Altersklassen keine leichte Aufgabe: Die Tiere waren hervorragend vorbereitet, wurden sicher vorgestellt und die Leistungsdichte war teilweise so hoch, dass nur Details und Tiertausch über die Platzierung entschieden.

Gesamtsiegerin bei den Jüngeren wurde die 13-jährige Anna Rohlfing mit dem Pustertalerbullen Alois vor Stacy Bunde mit der Fleckvieh-Simmental-Färse Magic-Rose. Bei den älteren Teilnehmern setzte sich Anna Neitzel mit dem Uckermärkerbullen Ferris durch; Kate Bunde und Fleckvieh-Simmental-Jungrind Zauberin wurden Reservesieger.

So wichtig die Platzierungen waren – vielleicht noch erfreulicher war die Selbstverständlichkeit, mit der sich der Nachwuchs im Ring bewegte. Ruhiges Tierhandling, Konzentration und ein sichtbares Gespür für die Tiere ließen so manche Entscheidung ausgesprochen eng werden.

Was von dieser MeLa bleibt

Und doch war es am Ende nicht allein die Qualität im Ring, die diese MeLa besonders machte. Rund um die Boxen herrschte über vier Tage eine Atmosphäre, die man sich für eine Züchterschau nur wünschen kann. Wo eine Hand fehlte, war eine andere schnell zur Stelle. Tiere wurden gemeinsam versorgt und vorgeführt, Züchter halfen einander über Betriebs- und Verbandsgrenzen hinweg, Jungzüchter wurden unterstützt und Erfolge gemeinsam gefeiert. Dazu kamen glückliche Sieger, viele interessierte Besucher und die täglichen Rassedemonstrationen, die auch außerhalb des Wettbewerbs Gelegenheit boten, Fleischrinderzucht und Mutterkuhhaltung einem breiten Publikum näherzubringen. Das Konzept mit jährlich wechselndem Schwerpunkt hat damit auch im zweiten Jahr überzeugt.

Von der MeLa 2026 blieb deshalb vor allem eines: Begeisterung. Begeisterung über eine außergewöhnlich gute Fleischrinderkollektion, über einen fairen und fachlich überzeugenden Wettbewerb, über starken Nachwuchs – und über ein Miteinander, das gezeigt hat, was Fleischrinderzucht neben aller züchterischen Arbeit ebenfalls ausmacht: Gemeinschaft. Eine MeLa, von der man müde, aber ausgesprochen zufrieden nach Hause fährt – und bei der die Motivation für das nächste Mal gleich mit im Gepäck ist.

Champion Poldark 23 von Christian Bunde, Drewitz, überzeugte mit enormer Bemuskelung, viel Entwicklung und einem sehr guten Bewegungsablauf.

Leistung und Langlebigkeit in beeindruckender Verbindung: Die 13-jährige Interbreed-Siegerkuh Esmeralda 2 der Kopecki GbR, Rochau, präsentierte sich frisch und fit mit ihrem top entwickelten zwölften Kalb bei Fuß.

Doppelerfolg für die Angus aus Buchholz: REA Fabulus wurde Reservesieger der Bullen, Barbie Reservesiegerin der Kühe. Der imposante, ausgesprochen rassetypische Bulle und die fleischige, funktionale Kuh mit starkem Kalb vertraten ihre Rasse auf höchstem Niveau.

Hervorragend entwickelt und dennoch harmonisch und feminin: Siegerfärse NW Grace von Torsten Nagel, Wahrburg, vereinte starke Zunahmen mit passendem Fleischansatz und korrektem Skelett.

Drei Töchter eines Vaters: EGH Gloria, EGH Ronja und EGH Henrike 26 aus dem Zuchtbetrieb von Thomas Engfer, Groß Helle – Nachzuchtsammlung des Fleckvieh-Simmental-Bullen Baron.

Ein gelungener MeLa-Einstand: Uckermärkerin Elma vom Unteren Warnowtal von Christian Käding, Boock, überzeugte mit Entwicklung, Harmonie und Weiblichkeit und sicherte ihrem erstmals beschickenden Zuchtbetrieb den Reservesieg bei den Färsen.

An der Spitze der Kategorie „Jung“: Anna Rohlfing mit Pustertalerbulle Alois holte den Sieg vor Stacy Bunde mit der Fleckvieh-Simmental-Färse Magic-Rose.

Bei den älteren Jungzüchtern setzte sich Anna Neitzel mit dem Uckermärkerbullen Ferris durch. Kate Bunde und die Fleckvieh-Simmental-Färse Zauberin sicherten sich den Reservesieg.

Starke Tiere – und ein starkes Team dahinter: Die Beschicker der MeLa 2026 gemeinsam mit Champion Poldark. Gegenseitige Hilfe, gute Stimmung und ein bemerkenswertes Miteinander prägten die vier Messetage ebenso wie die hohe Qualität im Schauring.

Published On: 15. September 2026Kategorien: News, News Jungzüchter
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