Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Ingo Papstein führt durch das Programm.

Der Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Augustin berichtet von den neuen Plänen des Verbandes.

Geschäftsführerin Dr. Sabine Krüger präsentiert positive Geschäftszahlen 2025 und stellt die Milan GmbH für den Bereich der Milchanalytik vor.

Geschäftsführer Dr. Jan Körte berichtet über das aktuelle Phönix-Geschehen.

Die Lage in der Landwirtschaft sowie in der Rinderzucht und -haltung ist weiter angespannt – mit einem herausfordernden Geschäftsjahr 2025 für die Milchkontroll- und Rinderzuchtverband eG sowie der RinderAllianz. Weiterhin bestimmt die schwankende Marktlage im Agrarbereich, insbesondere die schwachen Milchpreise und die sehr schlechten Getreidepreise, das tägliche Geschäft. Auch der Viehhandel wird negativ beeinträchtigt, was sich auf die Vermarktung von Exportrindern auswirkt. Die Kraftstoff- und Energiepreise beeinflussen den Alltag – sowohl bei den Landwirten als auch im Unternehmensverbund. Bei den Milchpreisen ist ebenfalls keine Entspannung in Sicht – das Auf und Ab kehrt immer wieder, was die Planungssicherheiten für unsere Milchviehhalter deutlich erschwert. Unter diesen Bedingungen schreitet der Strukturwandel weiter voran, wenngleich dieser regional unterschiedlich ausgeprägt ist. Das statistische Bundesamt weist für das Land Mecklenburg-Vorpommern für Mai 2025 593 Betriebe mit 145.577 Milchkühen aus; im Jahr 2017 waren es noch 170.237 Milchkühe in 734 Betrieben. Ein Rückgang von über 24.660 Milchkühen und 141 Betrieben in den letzten 8 Jahren – ein enormer Existenzverlust für unser Land.

Lesen Sie nachfolgend, wie die Milchkontroll- und Rinderzuchtverband eG sowie die RinderAllianz diese nicht einfache Situation in der Landwirtschaft mit ihren Mitgliedern bewältigten:
Mehr als 80 Teilnehmer aus dem Milch- und Fleischrindbereich nahmen an der MRV-Generalversammlung am 28. Mai 2026 teil. Insgesamt war die Stimmung in der Viehhalle unter den Anwesenden gut. Das Ehrenamt und die Geschäftsführung rechnete das Geschäftsjahr 2025 für die heimische Genossenschaft MRV eG ab – mit einer positiven Bilanz; es konnte ein Umsatz von 5.445 T€ (VJ: 5.514 T€) mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 77 T€ (VJ: 179 T€) erzielt werden.
Die durchschnittliche Milchleistung der Kühe der Mitgliedsbetriebe der Milchkontroll- und Rinderzuchtverband eG befindet sich stabil auf hohem Niveau:

Kühe unter Milchkontrolle – Jahresabschluss 2024/25:
129.992 (Anzahl) A/B-Kühe Jahresleistung: 10.801 kg 3,98 % Fett 3,45 % Eiweiß 814 FE-kg
| Lebensleistung: 31.374 kg Milch

Herdbuchkühe – Jahresabschluss 2024/25:
108.863 (Anzahl) A/B-Kühe Jahresleistung: 11.204 kg 3,98 % Fett 3,52 % Eiweiß 840 FE-kg
| Lebensleistung: 32.913 kg Milch

Damit setzen die Kühe in MV die Zuchtziele Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Produktivität erfolgreich um und setzen bundesweit hohe Maßstäbe – verbunden mit einer Topgenetik. Die Milchviehställe in MV sind modern und sichern einen hohen Komfort für die Kühe. Dies sind wichtige Grundlagen für gute Leistungen und ermöglichen ein optimales Management sowie eine intensive Tierbetreuung.

Bei den Fleischrindern wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungsprüfungen durchgeführt, wobei die Rassevielfalt stetig zunimmt. Gerade Hobbyhalter von extensiven Rinderrassen werden Mitglied in der Genossenschaft. Zudem wurde über die Veränderungen bei der Prüfstation Fleischrind berichtet, welche zur Qualitätssicherung in der Fleischrindzucht beitragen.

Die Entwicklungen der RinderAllianz GmbH beeindrucken
Die RinderAllianz vermarktete 841.070 Portionen Sperma, ein scheinbarer Rückgang von -10,6 % gegenüber dem Vorjahr. Dies ist begründet durch die Entscheidungen der RinderAllianz, ihre Exportgeschäfte an Phönix auszulagern, die seit dem 1. April 2025 von den Spermaexporten profitiert. Im eigenen Zuchtgebiet konnten 516.892 Port. (-1,3 %) vermarktet werden – ein gutes Ergebnis bei sinkendem Kuhzahlen. Exportiert wurden knapp 324.178 Portionen. Die Besamungstechniker der RinderAllianz konnten 390.802 Besamungen abrechnen (+2,1 %), ein erfreulicher Anstieg bei sinkenden Kuhzahlen.

Der Bereich Vermarktung von Zucht- und Nutzvieh war auch im WJ 2024/2025 auf einem insgesamt stabilen Niveau – trotz der aktuell, weiterhin schwierigen und angespannten Marktsituation. 109.607 Tiere wurden gehandelt (-4,6 %). Insbesondere der anhaltende Bestandsabbau in den Betrieben und das relativ hohe Preisniveau dominierten die Marktsituation, führten aber auch gleichzeitig zu festen Preisen in den Kategorien. Starke Rückgänge beim Zuchtvieh Milchrind (-22,9 %) waren zu verzeichnen. Hier zeigen die Exportbeschränkungen infolge von bspw. Tierseuchen weiter starke Wirkungen. Auch bei den Schlachtrindern war eine rückläufige Entwicklung (-5,6 %) zu beobachten, während das Segment Zuchtvieh Fleischrasse (FR) mit 1.133 Tieren (+42,0 %) gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen konnte. Die RinderAllianz gehörte auch 2024/25 zu den bedeutendsten Viehexporteuren Deutschlands.

Das Serviceunternehmen für Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt sowie in Teilen Brandenburgs und Sachsen beeindruckt bei den Geschäftszahlen – es wurde mit 150.555 T€ ein Rekordumsatz erzielt und somit der Marktanteil weiter ausgebaut. Zu diesem großartigen Ergebnis trugen insbesondere der sehr starke Preisanstieg für Rinder im abgerechneten Geschäftsjahr bei. Ebenso ist es gelungen, entgegen dem anhaltend negativen Markttrend, stabile Umsatzzahlen in der Spermavermarktung und in der Besamungsdienstleistung zu erreichen. Weiterhin wurde ein sehr gutes Jahresergebnis von 1,04 Mio. € erwirtschaftet. Im Interesse unserer Mitglieder und Kunden wurden über 600 T€ als Rückvergütung ausgeschüttet. Die Genossenschaft MRV zahlt zudem eine Dividende in Höhe von 10 % an ihre Mitglieder aus. Die wirtschaftlichen Zahlen zeigen, dass das Vertrauen der Landwirte in das regionale Dienstleistungsunternehmen RinderAllianz von hoher Bedeutung ist.

Diese Fleischrinderzüchter wurden für ihre tollen Leistungen geehrt: Sebastian Ehlert (LWB Sebastian Ehlert), Sonja Uplegger (Mulsower Landbau) sowie Michael Frese (LWB Michael Frese) und Dirk Knopik.

Die Auszeichnung „Beste Mutterkuh 2025 – Milchrind“ erhielt die Milch-Fleisch-Marktfrucht Agrargenossenschaft e.G. mit der Milchkuh „Olivia“ (links) und der Preis für die „Beste Mutterkuh 2025 – Fleischrind“ ging an den Betrieb M. & E. GmbH Bargischow mit dem Fleischrind „Ebina“ (rechts).

Auch die Aufnahme von zwei neuen Ehrenmitgliedern in die MRV eG stand auf der Tagesordnung. Hartmut Subklew und Günter Strehlau, langjährige Mitglieder im Ehrenamt, wurden Ehrenmitglieder der Genossenschaft.

Die Auszeichnung für das beste Muttertier 2025 in der Milchrindzucht erhielt die Milch-Fleisch-Marktfrucht Agrargenossenschaft e.G. für OLIVIA.

Ebenso wurden Fleischrindzüchter für deren Zuchterfolge geehrt und gewürdigt (Tiere im Besitz eines Zuchtbetriebes in M-V):
Bester Bulle nach Relativzuchtwert
STURM (Züchter: Dirk Knopik, Woldegk / Besitzer: Michael Frese, Werder)
Bester Bulle in der Eigenleistungsprüfung auf Station
FRIDOLIN PP (Züchter: LWB Sebastian Ehlert, Zarrentin)
Bester Bulle in der Eigenleistungsprüfung im Feld
STURMHARD (Züchter: Michael Frese, Werder)
Rassesieger RinderAllianz-Online-Auktion 2026
KMU Ramses (WBB), Mulsower Landbau, und Polaris (UCK), Falko Hemken
Beste Kuh nach Relativzuchtwert Fleischleistung
KEA URANIA (Züchter: Hartmut Keunecke, Lauenhagen / Besitzer: Friedrich Keunecke, Lauenhagen)
Beste Kuh nach Relativzuchtwert Zuchtleistung
ELENA (Michael Frese, Werder)
Beste Mutterkuh 2025
EBINA (Züchter: Hof Schönberg Peenetal GmbH / Besitzer: M. & E. GmbH Bargischow).

Die Geschäftszahlen 2025 für die Milchkontroll- und Rinderzuchtverband eG und RinderAllianz GmbH waren überragend gut. Aktuell sind die Rahmenbedingungen deutlich schlechter, sodass für das nächste Geschäftsjahr nicht mit so einem Erfolg gerechnet wird. Der Unternehmensverbund stellt sich daher mit richtungsweisenden Entscheidungen wie die Gründungen der Milan GmbH im Bereich der Milchanalytik (MLP und Milchgüte) sowie der Phönix GmbH für den Zuchtbereich auf die Zukunft ein. Beide Unternehmen werden mit Partnern gemeinsam geführt.

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