Der 58. Tag des Milchviehhalters der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) endete mit einer positiven Bilanz: rund 90 Teilnehmer, aus Praxis, Beratung und Wissenschaft, zählte die Traditionsveranstaltung dieses Mal am Standort in Bernburg. Dazu hatte das Dezernat Milchviehhaltung und -zucht des Zentrums für Tierhaltung und Technik (ZTT) aus Iden in Kooperation mit der RinderAllianz und dem LKV Sachsen-Anhalt eingeladen.

Die Begrüßungsworte sprach traditionell der Präsident der LLG, Prof. Dr. Falko Holz. Herr Dr. Hans-Jörg Rösler vom LKV Sachsen-Anhalt moderierte die Gäste durch die Veranstaltung. Den Zuhörern wurden vielfältige Vorträge aus Praxis, Wissenschaft und Beratung in den Themenbereichen Digitalisierung, Biosicherheit und Milchrindfütterung geboten. Der Nachmittag wurde ergänzt durch die Themen TA-Luft und den Klimacheck für landwirtschaftliche Betriebe.

Digitalisierung
Welche innovativen und digitalen Anwendungen können die Arbeiten im Tagesgeschäft eines Milchviehbetriebs vereinfachen? Dieser Frage ist Herr Sebastian Gumtz von der AG Schwarzbunt Fischbeck im ersten Vortrag des Tages anhand zahlreicher Bilder seines eigenen Betriebes nachgegangen. Neben verschiedenen Tools wie Sensoren und mit KI-arbeitenden Kameras zur Ermittlung der Futteraufnahme, gab es für die Zuhörer auch einen Einblick in Stallneubauten und entsprechende weitere Bauvorhaben.

Biosicherheit – ein stets aktuelles Thema in der Tierhaltung.

Bereits beim vergangenen Tag des Milchviehhalters im April wurde der Umgang mit der Blauzungenkrankheit beleuchtet. Mit einem Rückblick auf das Auftreten der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland, der Slowakei und Ungarn sensibilisierte Frau Dr. Miriam Linder (LAV) die Teilnehmer auf aktuelle Herausforderungen in der Biosicherheit. Ob Tier-, Personenverkehr oder Einfriedung – nahezu jeder Betrieb hat seine Schwachstellen, die es zu erkennen und verbessern gilt. Mit praktischen Hinweisen wurde den Teilnehmern in diesem Zuge die Lumpy Skin Desease (LSD) vorgestellt, von der Deutschland bisher nicht betroffen ist.

Rinderfütterung

Frau Petra Kühne (LLG) und Frau Dr. Janine Kowalczyk (BfR) erläuterten den Anwesenden den Zusammenhang von Alkaloiden in der weißen Lupine und einen möglichen Übertrag in die Milch. Aus einer Milchviehfütterungs-Untersuchung der LLG am Standort Iden konnten Erkenntnisse dafür gewonnen werden. Der Vergleich unterschiedlicher Einsatzmengen von Weißer Lupine in den Rationen und was dies in den Inhaltsstoffen der Milch bewirkte, sorgte für großes Interesse bei den anwesenden Praktikern und Beratern.

Klima

Herr Michael Zorn vom LVWA referierte zum Thema TA Luft. Mit der Neufassung der TA Luft von 2021 haben sich auch für Milchviehbetriebe die Anforderungen verschärft und verlangen Anpassungen in der Fütterung als auch Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen, wie beispielsweise Ammoniak. Herr Zorn gab einen Ausblick welche Forderungen derzeit gestellt sind und was in nächster Zeit dazu kommen könnte. Die Zuhörer bekamen einen aktuellen Einblick in die Änderungen der Fristen mit der Bitte um Kommunikation, um die Verfahren zu erleichtern.

Als Abschluss der Veranstaltung referierte Frau Nora Lahmann von der Landesvereinigung Milchwirtschaft (Niedersachsen) über die Anwendung des Klimachecks, welcher bereits von acht Molkereien in Deutschland durchgeführt wird. Dabei stellte sie anschaulich dar, wo die Motivation der Molkereien dafür liegt und wie der Klimacheck angewendet wird. Mit dem Klimacheck können Milchviehbetriebe ihren CO2 Fußabdruck bewerten. Im Schnitt liegt dieser in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern auf einem sehr guten Niveau. Geplant ist kommendes Jahr Benchmarks einzuführen und so den Klimacheck weiterzuentwickeln.

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Von Henrike Bader

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