Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung

Die Ergebnisse der Leistungsprüfungen im Feld (Zuchtbetrieb) und auf Station sowie die darauf aufbauende Zuchtwertschätzung sind wichtige Hilfen zur Produktionskontrolle und züchterischen Selektion.

Zuchtleistungsprüfung

Zur Beschreibung der Zuchtleistung werden unter anderem die Zwischenkalbezeit, der Geburtsverlauf und die Anzahl der Kalbungen herangezogen.

Fleischleistungsprüfung (als Feldprüfung)

Die Selektion bei den Wiegerassen basiert auf Eigenleistungsergebnissen, die vorrangig in der Feldprüfung ermittelt werden. In den Zuchtbetrieben werden dazu systematisch die Geburts-, Absetz- und Jährlingsgewichte sowie die Bemuskelungsnoten aller reinrassigen Nachkommen von Herdbuchkühen erfasst. Dabei werden die Gewichte zwischen dem 90. und 280. Lebenstag als Absetzgewichte (200-Tage-Gewicht) und zwischen dem 281. und 500. Lebenstag als Jährlingsgewichte (365-Tage-Gewicht) für die Zuchtwertschätzung genutzt.

Die Wiegungen können sowohl als Besitzerkontrollen als auch über den mobilen Wiegeservice der beiden Zuchtverbände erfolgen.

Die Beurteilung der Bemuskelung erfolgt subjektiv nach einer Notenskala von 1 bis 9 und wird in jedem Fall durch einen Mitarbeiter der Abteilung Fleischrind vorgenommen.

Bei allen Rassen ist die Beurteilung der äußeren Erscheinung (Rassetyp und Skelett) im Rahmen

  • der Bewertung der Herdbuchkühe nach der 1. und 3. Kalbung sowie
  • der Körung der Jungbullen

Bestandteil der Leistungsprüfung und Voraussetzung für die Einstufung im Herdbuch.

Fleischleistungsprüfung (als Stationsprüfung)

Neben der Feldprüfung wird in Mecklenburg-Vorpommern die Eigenleistungsprüfung auch unter Stationsbedingungen durchgeführt. Durch einheitliche Umweltbedingungen bietet die Stationsprüfung den Vorteil, die genetisch bedingten Leistungsunterschiede von den umweltbedingten Einflüssen trennen zu können. Ziele sind eine sicherere Zuchtauswahl sowie die Erhöhung der Absatzchancen auf dem Zuchttiermarkt.

Die Prüfung erfolgt in der MPA Laage gemäß BRS-Empfehlung 4.1 sowie der Prüfordnung des MRV zur Durchführung der Leistungsprüfung von Fleischrindbullen auf Station und wird durch das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

Die Ergebnislisten des aktuellen Prüfjahrgangs stehen Ihnen hier zum Download bereit:

Die Prüfzeiträume 2021/22:

Geburtszeitraum Einstallung Beginn ELP Abschlusswiegung Abschlussbewertung
ab 10.09.2020 09.06.2021 07.07.2021 24.11.2021 01.12.2021
ab 22.10.2020 21.07.2021 18.08.2021 05.01.2022 12.01.2022
ab 07.01.2021 06.10.2021 03.11.2021 23.03.2022 30.03.2022

An dieser Stelle können Sie sich Informationen über die Prüfung sowie die Unterlagen für die Einstallung herunterladen:

Zuchtwertschätzung

Das vit Verden ist mit der Zuchtwertschätzung für die Fleischrindrassen beauftragt und führt auf Basis der erfassten Merkmale und nach einem Verfahren, das den Vorgaben des Bundesverbandes Rind und Schwein entspricht, einmal jährlich jeweils im Dezember Zuchtwertschätzungen durch.

Für die Rassen Angus, Blonde d’Aquitaine, Charolais, Fleckvieh-Simmental, Hereford, Limousin, Salers und Uckermärker, deren Populationsgröße und -struktur die entsprechenden Voraussetzungen bieten, wird eine Zuchtwertschätzung auf Fleischleistung nach BLUP-Mehrmerkmals-Tiermodell durchgeführt.

Für die Rassen Angus, Blonde d’Aquitaine, Charolais, Fleckvieh-Simmental, Galloway, Hereford, Highland Cattle, Limousin, Rotes Höhenvieh, Salers und Uckermärker, deren Populationsgröße und -struktur die entsprechenden Voraussetzungen bieten, wird eine Zuchtwertschätzung auf Reproduktionsmerkmale (Zuchtleistung) nach BLUP-Mehrmerkmals-Wiederholbarkeits-Tiermodell durchgeführt.

Die Ergebnisse der Zuchtwertschätzung sind auf der Website des vit Verden einzusehen:

Ergebnisse der Zuchtwertschätzung

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Stefan Schams